Für Unternehmen, die die Komplexität des kanadischen Arbeitsmarktes effektiv bewältigen wollen, ist es entscheidend, diesen zu verstehen. Kanada verzeichnet ein rasantes Bevölkerungswachstum, das bis 2036 voraussichtlich 48 Millionen Menschen erreichen wird, was zu einer erhöhten Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften in verschiedenen Branchen führt. Die Erwerbsbevölkerung ist ausgesprochen vielfältig und umfasst Einwanderer, internationale Studierende und ausländische Zeitarbeitskräfte. Diese Vielfalt unterstreicht, wie wichtig es ist, bei der Personalbeschaffung kulturelle Nuancen, sprachliche Vielfalt und ein breites Spektrum an Qualifikationen zu berücksichtigen. Ein solches Bewusstsein ist unerlässlich, um den Personalbedarf zu decken und inklusive Arbeitsplätze zu fördern.
Wichtige Vorschriften zur Personalbeschaffung
- Gesetz zur Chancengleichheit am Arbeitsplatz: Gewährleistet Chancengleichheit für alle Kanadier.
- Kanadisches Arbeitsgesetzbuch: Regelt die Praktiken bei der Einstellung und Entlassung von Mitarbeitern.
- Menschenrechtsgesetz: Schützt vor Diskriminierung aufgrund von Rasse, Geschlecht, Religion und anderen Merkmalen.
Arbeitsrecht in Kanada
1. Arbeitszeiten
- Übliche Fünf-Tage-Woche (Montag bis Freitag).
- Die gesetzlichen Bestimmungen können von Provinz zu Provinz variieren, wie beispielsweise in Ontario, wo die wöchentliche Höchstarbeitszeit bei 48 Stunden liegt.
- In den meisten Provinzen wird eine 40-Stunden-Woche erwartet.
2. Recht auf digitale Auszeit
- Arbeitgeber in Ontario mit mehr als 25 Beschäftigten müssen über schriftliche Richtlinien zur Abschaltung von der Arbeit verfügen.
- Diese Richtlinie trägt dazu bei, Burnout zu verringern und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu verbessern.
3. Vorteile
- Gesetzliche Leistungen: Rentenbeiträge, Arbeitslosenversicherung, gesetzlicher Krankengeldanspruch und bezahlter Urlaub (Mutterschafts-, Vaterschafts- und Elternurlaub).
- Zusatzleistungen: Mitgliedschaften, Rabatte, Prämienprogramme und zusätzliche Gesundheitsleistungen.
- Unterschiede zwischen den Provinzen: In Ontario beispielsweise bot das Covid-19-Arbeitnehmereinkommensgeld bis zum 31. Juli 2022 bis zu drei Tage bezahlten Noturlaub für Covid-bedingte Abwesenheiten.
4. Bezahlen
- Arbeitgeber müssen mindestens den gesetzlichen Mindestlohn zahlen.
- Zu den obligatorischen Abzügen zählen Steuern, Versicherungen, Beiträge zu Sparplänen, Kranken- und Zahnversicherungsbeiträge, Lebensversicherungen sowie Rentenbeiträge.
- Neue Maßnahmen zur Lohntransparenz, die am 1. Januar 2021 eingeführt werden, zielen darauf ab, Lohnunterschiede für Frauen, indigene Völker, Menschen mit Behinderungen und Minderheiten zu beseitigen.
5. Feiertage und Urlaub
- Bundesbedienstete haben Anspruch auf mindestens zwei Wochen Jahresurlaub, wobei in vielen Provinzen drei Wochen vorgeschrieben sind.
- Zu den gesetzlichen Feiertagen zählen Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, Victoria Day, Canada Day, Civic Holiday, Labour Day, Thanksgiving, Remembrance Day, Weihnachten und der zweite Weihnachtsfeiertag. In Quebec wird zudem der Saint-Jean-Baptiste-Tag begangen.
6. Krankheitsurlaub
- Mindestens fünf Tage Krankengeld gemäß dem kanadischen Arbeitsgesetzbuch.
Mindestlohn in ganz Kanada
Der Mindestlohn variiert je nach Provinz, Branche und Alter des Arbeitnehmers und wird regelmäßig angepasst:
- Ontario (Stand: 1. Januar 2022):
- Allgemeiner Mindestlohn: 15 Dollar pro Stunde.
- Mindestlohn für Studierende: 14,10 $ pro Stunde.
- Jagd-, Angel- und Wildnisführer: 75 $ pro Tag (unter 5 Stunden) oder 150,05 $ (über 5 Stunden).
- Heimarbeiter: 16,50 $ pro Stunde.
Hinweise für ausländische Arbeitnehmer
Express Entry-System
Das 2015 eingeführte Express Entry-System vereinfacht und beschleunigt die Einstellung qualifizierter ausländischer Arbeitskräfte für Führungs-, Fach- oder Handwerksberufe. Mit einem qualifizierten Stellenangebot können ausländische Arbeitskräfte eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung für Kanada beantragen, wobei das Verfahren in der Regel innerhalb von sechs Monaten abgeschlossen ist.
Bundesprogramme zur Wirtschaftsmigration
- Bundesprogramm für Fachkräfte: Für erfahrene Arbeitskräfte in qualifizierten Berufen gemäß der Definition des National Occupational Classification-Systems.
- Kanadische Erfahrungsklasse: Für ausländische Zeitarbeitskräfte in Kanada, die eine Vollzeitbeschäftigung und eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung anstreben.
- Bundesprogramm für Fachkräfte im Handwerk: Für Fachkräfte im Handwerk.
Provinzielle Nominierungsprogramme (PNPs)
Die meisten Provinzen und Territorien verfügen über PNPs, um Arbeitskräfte anzuziehen, die eine dauerhafte Niederlassung planen. Diese Programme zielen auf spezifische Arbeitskräftemängel ab, einschließlich Stellen für angelernte oder gering qualifizierte Arbeitskräfte. Arbeitgeber müssen unter Umständen gegenüber dem Ministerium für Beschäftigung und soziale Entwicklung (ESDC) nachweisen, dass vor Ort keine geeigneten Arbeitskräfte verfügbar sind. Hinweis: Quebec verfügt über kein PNP, sondern nutzt die Kategorie „Quebec Skilled Worker“.
en zur befristeten Arbeitserlaubnis Die Einstellung von Mitarbeitern über befristete Arbeitserlaubnisse ist eine schnellere Option, die manchmal schon innerhalb von Wochen oder sogar Tagen abgewickelt werden kann. Arbeitgeber können das Programm für befristete ausländische Arbeitskräfte oder das Programm für internationale Mobilität nutzen, um internationale Fachkräfte effizient zu gewinnen.
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