Könnten Sie das Projekt P3 und seine internationale Entwicklung vorstellen?
Seit unserer Gründung in Singapur im Jahr 2011 haben wir uns über mehr als zehn Jahre hinweg als Spezialist für Engineering und Wartung von Pharma- und Wasseraufbereitungsanlagen etabliert. Mit mittlerweile über 200 Mitarbeitern expandieren wir über unsere ursprünglichen Grenzen hinaus, um eine dauerhafte Präsenz in Australien aufzubauen und mit strategischen Partnern in Italien zusammenzuarbeiten.
Diese weltweite Expansion basiert auf Vereinbarungen mit Industriegiganten, die es uns ermöglichen, integrierte Lösungen anzubieten, die Mechanik, Elektrotechnik und Nachhaltigkeit miteinander verbinden. Durch unsere Entwicklung von einem lokalen Akteur zu einem internationalen Unternehmen, das in der Lage ist, komplexe Bauprojekte zu leiten, werden wir der wachsenden Nachfrage unserer Kunden nach „All-in-One“-Dienstleistungen gerecht.
Was wwaren die wichtigsten Meilensteine in Ihrer internationaler Entwicklung?
Zu den wichtigsten Schritten gehört in erster Linie das Verständnis der Compliance-Anforderungen, d. h. der rechtlichen und regulatorischen Vorgaben des Gastlandes. Der rechtliche Aspekt ist dabei am wichtigsten, doch der kulturelle Aspekt ist ebenso entscheidend: das Verständnis kultureller Nuancen, der betrieblichen Rahmenbedingungen und so weiter.
In der internationalen Entwicklungszusammenarbeit ist es nach wie vor unerlässlich, die Führungsstruktur eines Partnerunternehmens zu verstehen, um diese vor einer Zusammenarbeit beurteilen zu können. Schließlich ist es auch notwendig, die Bedürfnisse der Kunden zu ermitteln und den Markt zu verstehen, in dem sie tätig sind, um die besten Ingenieure für diese Projekte zu gewinnen.
Was war Ihre prägendste Entscheidung?
Es gibt nicht unbedingt eine einzige strukturelle Entscheidung. Oft ist die Personalbeschaffung der wichtigste Faktor – nämlich die richtigen Mitarbeiter für das richtige Projekt zu finden. Genau darin liegt das größte Risiko: Wenn nicht die richtige Person eingestellt wird, kann die gesamte Investition in das Projekt zunichte gemacht werden.
Gibt es ein Land oder einen Markt, der für Ihre internationale Entwicklung von besonderer Bedeutung war?
Australien ist unser strategisch wichtigster Markt, dank einer bereits soliden Präsenz und eines sehr aktiven lokalen Pharmanetzwerks. Die geografische Nähe zu Singapur erleichtert den operativen Austausch, im Gegensatz zu weiter entfernten Zielen wie den Vereinigten Staaten.
Die Stärke der australischen Währung und ihre Parität zum Singapur-Dollar garantieren zudem eine hohe Rentabilität sowie die finanzielle Stabilität, die für die Bezahlung unserer Teams und die Sicherung unseres Wachstums unerlässlich ist.
Wasas war Ihre größte Herausforderung auf internationaler Ebene?
Der kulturelle Übergang zwischen den Arbeitern aus Malaysia, China und Indien und denen in Australien. Dieser Übergang kann einen echten Schock darstellen, da er eine kulturelle Anpassung in körperlicher, persönlicher und verhaltensbezogener Hinsicht erfordert.
Wie gehen Sie konkret mit geopolitischen Risiken in Ihrer internationalen Unternehmensführung um?
Angesichts der Spannungen im Nahen Osten und des wirtschaftlichen Abschwungs sehen wir uns mit externen Hindernissen konfrontiert, die sich unserer Kontrolle entziehen. Diese Krisen treiben die Transport-, Energie- und Logistikkosten in die Höhe, was zwangsläufig zu einer Kürzung der Kundenbudgets führt und unsere Expansion in neue Märkte verlangsamt.
Da es unmöglich ist, Kriege zu verhindern oder die Weltwirtschaft zu verändern, besteht unsere Strategie darin, diese Belastungen sehr aufmerksam zu beobachten, um unsere Geschäftsabläufe täglich entsprechend anzupassen. Eine vorübergehende Strategie besteht darin, die steigenden Rohstoff-, Arbeits- und Mietkosten aufzufangen, um unsere Kunden vor wirtschaftlichen Schocks zu schützen. Diese Kosten zu übernehmen, ist jedoch langfristig finanziell nicht tragbar und erfordert vollständige Transparenz hinsichtlich einer künftigen Anpassung der Zinssätze.
Welche wesentlichen Veränderungen müssen KMU umsetzen, um sich an das neue internationale Umfeld anzupassen?
Die Anpassung erfordert eine konsequente Kostenoptimierung und eine umfassende Überarbeitung der internen Prozesse. Um Verluste zu begrenzen und wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen jeden Schritt ihrer Produktionskette analysieren, um festzustellen, was ausgelagert oder kostengünstiger beschafft werden kann.
Dieser Wandel erfordert ein hohes Maß an Flexibilität, um die Organisation zu straffen und unnötige Kosten zu vermeiden. Über die Steuerung der Verkaufspreise hinaus ist es die Effizienz der internen Strukturen, die zum wichtigsten Hebel wird, um Wirtschaftskrisen und den stetigen Anstieg der Gemeinkosten zu bewältigen.
Welches Modell sollte in Zukunft für die internationale Entwicklung Vorrang haben?
Die Zukunft der internationalen Entwicklung hängt vom Aufbau von Partnerschaften und strategischen Allianzen zwischen kleinen Strukturen ab. Durch den Zusammenschluss schaffen es auch kleinere Akteure, ein stärkeres Ganzes zu bilden und größeren Einfluss auf dem Markt zu gewinnen. Dieses Modell der gegenseitigen Zusammenarbeit ist unerlässlich, um isolierte Einheiten in eine kollektive Kraft zu verwandeln, die in der Lage ist, mit den größten Akteuren zu konkurrieren.
Welche Rolle sollte ein Partner wie Altios spielen, um Ihnen bei Ihrer internationalen Expansion zu helfen?
Ein Partner wie Altios kümmert sich um die Einhaltung lokaler Vorschriften, die Lohnabrechnung und die Verwaltung, sodass wir uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren können. Die Herausforderung für die Zukunft besteht darin, diese technische Unterstützung in eine weitergehende, auf die jeweiligen Branchen zugeschnittene strategische Beratung umzuwandeln. Durch die Bereitstellung von Branchenexpertise hinsichtlich Schulungsbedarfs oder spezifischer industrieller Vorschriften wird ein solcher Partner zu einem Wachstumsmotor mit hohem Mehrwert.
Wie werden Sie Ihre Teams künftig in komplexe internationale Projekte einbinden?
Das Engagement der Mitarbeiter für internationale Projekte hängt von einem strengen Auswahlverfahren und einer reibungslosen Betreuung während des Auslandseinsatzes ab. Indem wir die Abwicklung von Visa und rechtlichen Auflagen Mobilitätsfachleuten anvertrauen, sorgen wir für einen reibungslosen Ablauf des Auslandseinsatzes und verringern den mit der Veränderung verbundenen Stress. Diese administrative Flexibilität ist unerlässlich, damit Talente ihren Auslandseinsatz sorgenfrei angehen können.
Wenn Sie drei Tipps für einen KMU-Geschäftsführer hätten, der international erfolgreich sein möchte, welche wären das?
Zunächst einmal sollten Sie Flexibilität beweisen: Es ist unerlässlich, flexibel zu bleiben und eine allzu starre Sichtweise zu vermeiden, um sich an die Gegebenheiten vor Ort anzupassen.
Sichern Sie sich anschließend Ihre finanziellen Mittel: Eine Expansion erfordert eine solide Investition, die sich oft auf mehrere Hunderttausend Euro beläuft, um ein tragfähiges Unternehmen zu gründen.
Und schließlich: Machen Sie sich mit der lokalen Kultur vertraut: Die Kenntnis der Normen und Gepflogenheiten des Gastlandes ist unerlässlich, um das Unternehmen und seine Teams erfolgreich zu integrieren.
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