Ausländische Investoren treten häufig in den dynamischen vietnamesischen Markt ein, indem sie eine Tochtergesellschaft in Vietnam gründen, die als ausländisch investiertes Unternehmen (FIE) bezeichnet wird, um ihre Geschäftstätigkeit zu verbessern. Die Wahl der Investitionsinstrumente, die von Faktoren wie der Anzahl der Investoren, Branchenbeschränkungen und der Projektgröße abhängt, ist von entscheidender Bedeutung. Der Prozess unterliegt in erster Linie dem Investitionsgesetz und dem Unternehmensgesetz und erfordert aufgrund der Komplexität des vietnamesischen Rechtssystems in der Regel professionelle Beratung.
Viele entscheiden sich dafür, eine Tochtergesellschaft in Vietnam zu gründen, um von der wachsenden Wirtschaft zu profitieren.
Welche Arten von Tochtergesellschaften gibt es in Vietnam?
Das Investitionsgesetz umreißt mehrere zulässige Investitionsformen:
- Gründung einer neuen juristischen Person (FIE): Dies ist der gängigste Weg.
- Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Limited Liability Company, LLC): Diese Struktur kann eine Ein-Personen-LLC (SLLC) oder eine Mehr-Personen-LLC (MLLC, begrenzt auf maximal 50 Mitglieder) sein. Die Mitglieder haften nur in Höhe ihrer Einlage in das Stammkapital. Eine LLC kann keine Aktien ausgeben, aber Anleihen zur Kapitalbeschaffung begeben.
- Aktiengesellschaft (JSC): Erfordert mindestens drei Aktionäre, ohne maximale Begrenzung. JSCs können Aktien ausgeben und möglicherweise öffentlich notiert werden. Die Haftung der Aktionäre ist auf ihre Kapitaleinlagen beschränkt.
- Erwerb bestehender Unternehmen (M&A): Investoren können bestehende Unternehmen ganz oder teilweise erwerben. Eine Genehmigung für M&A zwingend erforderlich, wenn die Transaktion zu einer Erhöhung des ausländischen Anteils an einem Geschäftsbereich führt, der Marktzugangsbedingungen unterliegt, oder wenn der ausländische Anteil 50 % des Stammkapitals übersteigt.
- Öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP): Wird in erster Linie für regulierte Infrastrukturarbeiten und öffentliche Dienstleistungen (z. B. Verkehr, Kraftwerke, Gesundheitswesen) genutzt. Zu den ÖPP-Verträgen gehören: Bau-Betrieb-Übertragung (BOT); Bau-Eigentum-Betrieb (BOO); Bau-Leasing-Übertragung (BLT); Bau-Übertragung-Betrieb (BTO); Bau-Übertragung-Leasing (BTL); Betrieb-Management (BOM).
- Business Cooperation Contract (BCC): Ermöglicht ausländischen Investoren die Zusammenarbeit mit vietnamesischen oder anderen ausländischen Investoren, ohne eine separate juristische Person zu gründen, wobei jedoch ein Koordinierungsgremium eingerichtet werden muss.
Der Lizenzierungsprozess
Unternehmensregistrierung (ERC)
Ausländische Investoren können zunächst dieUnternehmensregistrierungsbescheinigung (ERC)erhalten, indem sie die erforderlichen Unterlagen beim örtlichen Finanzministerium (DOF) einreichen. Nach der Genehmigung erhält das Unternehmen seine Rechtspersönlichkeit.
Investitionsregistrierungszertifikat (IRC)
Nach Erhalt des ERC muss der Investor die IRC-Verfahren gemäß dem Investitionsgesetz 2025 durchführen, wenn das Projekt in einem regulierten oder bedingten Sektor angesiedelt ist oder wenn die ausländischen Kapitalbeteiligungen bestimmte Schwellenwerte überschreiten. Das DOF stellt das IRC in der Regel innerhalb der in den untergeordneten Vorschriften festgelegten gesetzlichen Fristen aus.
Sektorale Lizenzen und Zertifikate
Befindet sich das Unternehmen in einem regulierten Bereich (z. B. Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen oder Bildung), muss der Investor vor Aufnahme der Geschäftstätigkeit zusätzliche Lizenzen von den zuständigen Behörden einholen.
Einhaltung der Vorschriften nach der Gründung
Nach ihrer Gründung müssen FIEs verschiedene laufende Verpflichtungen erfüllen:
- Steuerliche und soziale Registrierung: Nach Abschluss der Unternehmensregistrierung muss sich die FIE auch für Steuercodes registrieren, Siegel und Steuerunterlagen beantragen und, falls Mitarbeiter eingestellt werden, für die Sozialversicherung und die Arbeitsmeldung registrieren.
- Berichtspflichten:Ausländische Unternehmen müssen den Behörden regelmäßig Berichte über ihre Investitionen und Geschäftsergebnisse vorlegen.
- Berichterstattung und Einhaltung gesetzlicher Vorschriften:Steuererklärungen, Unternehmensänderungen, Kapitalanpassungen und Änderungen der Gesellschafterstruktur müssen gemäß den vietnamesischen Vorschriften gemeldet werden.
- Anpassungen und Benachrichtigungen:Jede Änderung des Stammkapitals, der Eigentümerstruktur oder des Umfangs des Investitionsprojekts muss gemäß den vorgeschriebenen Verfahren bei den Behörden registriert und aktualisiert werden.